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Kimonos – Zwischen Tradition und Mode

Wer von Japan und traditioneller Bekleidung spricht, der assoziiert sofort „Kimono“. Das lange Gewand ohne Knöpfe, Taschen, Aufschläge und Ziernähte und –falten ist zum Synonym für das land der aufgehenden Sonne geworden, hat aber auch in abgewandelter Form Einzug in die Mode Westeuropas gehalten.

Kimono – mehr als nur ein “Mantel”

Genau genommen bedeute Kimono „Anziehsache“ bzw. „Kleidung“ und meint damit alle Bestandteile der Kleidung, also auch Hosen, Unterwäsche etc. Außerhalb Japans hat sich die Bezeichnung für den sichtbaren, fußknöchellangen Mantel mit weiten Ärmeln etabliert. Dieser Kimono wird aus mehreren Stoffbahnen gefertigt – besonders edle Stücke aus Seide – und geschlossen, indem man die linke über die rechte Seite legt. An der Taille wird der Kimono mit einem breiten Gürtel, dem Obi, gebunden. Während Männer meist einen einfachen Knoten binden, gestalten Frauen zum Teil sehr komplexe Gebinde.

Neben dem in Europa als Kimono bezeichneten Kleidungsstück gibt es noch den Juban und den Susoyoke. Ersterer ist ein ungefütterter Unterkimono aus leichter Seide oder Kunstfaser, der zum Schutz des Kimonos über der Unterwäsche getragen wird. Die erste Schicht heißt Hadajuban, die zweite Nagajuban. Der Susoyoke, der um die Hüfte gewickelt wird, gleicht mehr einem Pettycoat. Doch das ist längst noch nicht alles: Für zahlreiche Anlässe gibt es ganz spezielle Kimonos, so für Hochzeiten, Teezeremonien oder für den Alltag. Zudem tragen verheiratete und unverheiratete Frauen häufig unterschiedliche Gewänder.

Westliche Varianten des Kimonos

Wenn hierzulande Kimonos getragen werden, steht oftmals vor allem die Exotik im Vordergrund. Mit dem komplexen System der Zeichen, Farben und Schnitte wären die meisten Europäer wohl überfordert. Trotzdem hat der Kimono, wenn auch in abgewandelter Form, Einzug in unsere Kleiderschränke gehalten. Die weichen, farbenfrohen Stoffe machen aus ihm ein echtes Wohlfühlaccessoire. Hiesige Kimonos, die meist nur knielang sind, werden vorrangig als Morgen- oder Bademantel getragen, es gibt sie aber auch in aufwändigem Design als Nachtwäsche und Dessous. Eine weitere Kimono-Variante sind Minikleider, bei denen der breite Gürtel als Korsettgürtel ausgeführt ist.

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